BMW Group und PSA Peugeot Citroën investieren 100 Millionen Euro in Joint Venture für Hybridtechnologien

Forschung und Entwicklung sollen im Großraum München angesiedelt werden. Die Produktionsstätte soll in Mulhouse, Frankreich, sein. 400 Mitarbeiter sollen bis Ende 2011 an Bord sein

Die BMW Group und PSA Peugeot Citroën planen, 100 Millionen Euro in ihr beabsichtigtes Joint Venture für Hybridtechnologie mit dem Namen BMW Peugeot Citroën Electrification zu investieren, gaben beide Unternehmen heute auf einer Pressekonferenz in Genf bekannt. Das neue Unternehmen wird von zwei Standorten aus operieren – dem Großraum München, Deutschland, und Mulhouse, Frankreich. Bis Ende 2011 sollen 400 Mitarbeiter für das Joint Venture tätig sein.

Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden soll das neue Unternehmen im zweiten Quartal 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Die neuen Hybridkomponenten werden ab 2014 in die Fahrzeuge beider Partner eingebaut.



Als verantwortungsvolle Automobilhersteller wollen wir eine offene europäische Plattform schaffen und die Entwicklung europäischer Standards für Hybridtechnologien vorantreiben. Dieses Joint Venture wird es uns auch ermöglichen, fortschrittliches technologisches Fertigungs-Know-how im Bereich Elektroantriebe in Europa zu entwickeln und sein gesamtes Wertschöpfungspotenzial zu erhalten, sagte Philippe Varin, Vorstandsvorsitzender von PSA Peugeot Citroën.

BMW Group und PSA teilen die gleiche Vision von der Bedeutung der Hybridisierung in der Zukunft. Das Joint Venture wird es uns ermöglichen, strategischer und mit einem einzigen, gemeinsamen Ansatz zu agieren. Die Kräfte zu bündeln bedeutet für uns auch erhebliche Skaleneffekte, gemeinsame Entwicklungskosten, die Verwendung standardisierter Komponenten und einen schnelleren Entwicklungsprozess, sagte Norbert Reithofer, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG.

Der Großraum München ist der ausgewiesene Standort für die gesamte Forschung und Entwicklung, während die gesamte Produktion in Mülhausen, Frankreich, stattfinden würde. Die voraussichtlich 400 Mitarbeiter, die bis Ende des Jahres an Bord sein werden, werden ihren Sitz in München haben. Bis zum Produktionsstart 2014 werden weitere Arbeitsplätze in Mulhouse hinzukommen. Wenn die Produktion vollständig hochgefahren ist, wird das französische Werk rund 250 Mitarbeiter haben.

Sowohl das Management als auch die Belegschaft des Joint Ventures werden überwiegend aus Mitarbeitern der beiden Muttergesellschaften bestehen. Abgesehen davon ist geplant, 100 neue Stellen mit externen Kandidaten zu besetzen, wenn das Joint Venture noch in diesem Jahr operativ wird. Gesucht werden vor allem Ingenieure mit den Schwerpunkten Elektromobilität und Elektronik.

Die BMW Group und PSA Peugeot Citroën arbeiten seit fast zehn Jahren zusammen. 2002 einigten sich beide Partner darauf, gemeinsam 4-Zylinder-Motoren zu entwickeln und zu produzieren. Zwischen 2006 und 2010 wurden mehr als 1,8 Millionen Motoren für eine Reihe von Modellen der Marken MINI, Peugeot und Citroën gebaut. Im Februar 2010 einigten sich die beiden Unternehmen außerdem darauf, die nächste Generation ihres gemeinsam konzipierten 4-Zylinder-Ottomotors zu entwickeln, der auch die EU-6-Anforderungen erfüllen wird.

Im Oktober 2010 unterzeichneten die BMW Group und PSA Peugeot Citroën eine Absichtserklärung, um ihre bestehende Zusammenarbeit auf Hybridsysteme auszuweiten. Am 2. Februar 2011 gaben die BMW Group und PSA Peugeot Citroën bekannt, dass diese Zusammenarbeit die Form eines Joint Ventures mit dem Namen BMW Peugeot Citroën Electrification annehmen wird.

Ziel der Initiative beider Unternehmen ist die Entwicklung und Produktion von Standard-Hybridkomponenten für die Elektrifizierung ihrer jeweiligen Fahrzeugpalette. Im Fokus stehen Komponenten wie Batteriepacks, E-Maschinen, Generatoren, Leistungselektronik, Ladegeräte und Software für Hybridsysteme. Dieses Joint Venture wird es beiden Partnern ermöglichen, eine offene Plattform für diese Technologien zu schaffen und die europäische Industrie dabei unterstützen, sich im Bereich der Hybridisierung zu strukturieren. Dazu wird das Joint Venture ein vollwertiges Unternehmen sein und sowohl Lieferanten durch die Auslagerung von Entwicklungsarbeiten integrieren als auch hybride Komponenten an Dritte verkaufen.

[Source: BMW]