BMW Logistik setzt jetzt autonome Transportroboter ein

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BMW hat hart daran gearbeitet, die Emissionen in allen Schritten des Herstellungsprozesses eines Autos zu reduzieren, nicht nur im Endprodukt. So setzt das Werk Leipzig bei den BMW i Modellen im Produktionsprozess fast ausschließlich auf erneuerbare Energie. Heute gaben die Deutschen jedoch bekannt, dass ein weiterer Schritt in diese Richtung getan wurde und die erste Flotte autonomer Transportroboter in den Alltagsbetrieb gebracht wurde.

Autonomes Fahren scheint das nächste große Ding in der Autoindustrie zu sein, aber während es auf der Straße sicherlich hilfreich sein wird, kann es auch im Herstellungsprozess helfen. Eine erste Flotte von zehn selbstfahrenden Smart Transport Robots (STR) transportiert Komponenten durch die Logistik im Werk Wackersdorf. Einzigartig ist, dass der selbstfahrende Transportroboter keine am Boden montierten Induktionsschleifen zur Navigation benötigt, sondern sich frei durch die Logistikhalle bewegt, nachhaltig versorgt mit gebrauchten Batterien aus dem BMW i3 und in der Lage ist, Container bis zu einem Gewicht von bis zu zu transportieren 500 Kilogramm.

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Der STR misst die Entfernung zu drahtlosen Sendern, um seine genaue Position und Route zu berechnen. Mithilfe von Sensoren zur Erkennung und Reaktion auf kritische Situationen ist es in der Lage, die Route mit Menschen und anderen Fahrzeugen zu teilen. Nach fünf Monaten Prototypenbetrieb wird das Projekt in die Vorserienfertigung überführt, wo die zehn STR erstmals im Alltagsbetrieb zum Einsatz kommen und selbstständig Transportaufgaben übernehmen. In der nächsten Entwicklungsphase wird ein 3D-Kamerasystem eine noch präzisere Navigation ermöglichen.

Darüber hinaus werden in den Hallen des BMW Group Werks Dingolfing autonome Routenzüge pilotiert. Die selbstnavigierenden Routenzüge werden für die Versorgung der Montagelogistik eingesetzt – insbesondere bei längeren Distanzen zwischen einzelnen Lagern und Montagebereichen. Aus technischer Sicht setzt die selbstständige Steuerung und Navigation von Routenzügen auf Lasersignale. Durch die Auswertung ihrer Reflexion erstellt der Routenzug in Echtzeit ein digitales 2D-Raumprofil, mit dem er entlang bestimmter Routen durch die Montagehalle und Logistikbereiche manövrieren kann.

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Um so nachhaltig wie möglich zu sein, wurde der Transport der Fahrzeuge zu ihrem Endziel streng analysiert, um so wenig CO2 wie möglich zu emittieren. Das führte zu einer Reihe von Änderungen in der Logistik. Eine Maßnahme zur Reduzierung der CO2-Emissionen ist beispielsweise der Ausbau des Schienenverkehrs. Heute verlassen mehr als 60 Prozent aller Neufahrzeuge die Produktionswerke auf der Schiene.

Darüber hinaus fahren in Kooperation mit Logistikdienstleistern bereits vollelektrische Lkw in München und Leipzig auf den Straßen und liefern lokal aus. Ziel ist es zunächst, die unterschiedlichen Antriebstechnologien besser kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. Langfristig strebt die BMW Group den kosteneffizienten Einsatz alternativer Antriebstechnologien an.

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Die Logistik ist das Herzstück des BMW Produktionssystems – und der Einsatz innovativer und digitaler Technologien wird zu einem Schlüsselfaktor in unseren komplexen Logistikprozessen, so Jürgen Maidl, Leiter Logistik des BMW Group Produktionsnetzwerks. Er weiter: Gleichzeitig sind uns auch nachhaltige, ressourceneffiziente Lösungen wichtig. In einer ganzen Reihe von Pilotprojekten testen wir bereits die Technologien der Zukunft.